Mit einem Fischer auf den Bodensee
Unvergessliche Urlaubsmomente: Mit einem Fischer auf den See
Wer das große Glück hat, mit einem Fischer oder gar der Fischerin vom Bodensee, die es tatsächlich noch gibt, einmal auf den Bodensee hinauszufahren, wird mit Sicherheit ein unvergessliches Urlaubserlebnis haben.
Der Beruf des Fischers ist einer der ältesten Berufe am See, man schätzt ihn auf rund 10.000 Jahre. Heute arbeiten noch ca. 130 Berufsfischer auf dem See mit einem mehr oder weniger guten Einkommen.
Obwohl die Fischer mehrmals am Tage hinaus fahren, um die Netze zu leeren und sie wieder auszulegen, ist die schönste Zeit am frühen Morgen zwischen 3.30 Uhr und 6.00 Uhr. Dann einen faszinierenden Sonnenaufgang zu erleben, umgeben von der fast unheimlichen Stille um das leicht schwankende Boot und der Spannung, was der See dem Fischer gebracht hat, das ist unvergesslich. Die Berge der Schweizer Alpen erleuchten in einem noch nie gesehenen Licht und selbst die schemenhaften Ufer zeigen ein völlig neues Gesicht.
Der sonst alleine auf dem See arbeitende Fischer kennt selbst im Halbdunkel jeden Schatten, jeden Berg und auch die Boote seiner Kollegen. Man spricht trotzdem nicht viel. Das Einholen der Netze braucht keine Worte. Man zieht einfach mit am Netz und erfüllt sich so den Traum vom romantischen Fischerleben.
Dann beginnt der Fischer doch zu erzählen, von den ohne Vorwarnung auftretenden heftigen Stürmen oder dem unvermittelt einbrechenden Nebel, der eine Orientierung fast unmöglich macht. Und beides zusammen kann das Leben kosten, wenn der nötige Respekt vor der Natur fehlt. Und es scheint, als müsse er diese Seite der Bodensee-Fischerei unbedingt erwähnen.
Und immer wieder fährt das Boot ein Stück weiter auf den See hinaus. Man darf nicht überall alle Fische fangen. Die Maschenweiten der Netze für die Hauptfische sind genormt. Man verliert leicht den Überblick, aber der Fischer kennt die Lebensgewohnheiten seiner Beute: Schwebenetze für für die berühmten Felchen, Bodennetze für Barsche, die am See Kretzer genannt werden. Und damit auch die Fische einen Ruhetag einlegen können, darf auf dem See sonntags niemand fischen. Das sollen angeblich auch die Blaufelchen, die Flussbarsche oder die Seesaiblinge wissen, von denen es gar nicht mehr so viele gibt.
Man sieht auch die „Feinde“ des Fischers, die Kormorane, die nicht nur am See brüten, sondern durch den Klimawandel jetzt auch rund um den See überwintern. Verbittert ist der Fischer darüber, dass man die Vögel nicht bejagen darf. Er erzählt, dass jeder ausgewachsene Kormoran täglich ein Kilogramm Fisch verzehrt, und da es Tausende Kormorane gibt, könne man sich selbst ausrechnen, wie viel Fisch den Fischern vor der Nase weggefressen werden werden. Naturschützer widersprechen der These vom „Feind“.
Man sieht, schmeckt, hört und lernt so viel auf einem Fischerboot zwischen 3.30 Uhr und 6.00 Uhr in der Früh – und man sieht in das andere Gesicht des Sees.
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